Klimatische Aspekte bei der Haltung von Panzerwelsen.

von Erik Schiller
Das Panzerwels nicht gleich Panzerwels ist müsste sich in den letzten Jahren durchgesetzt haben. Trotzdem gibt es immer noch grobe Fehler bei der Haltung dieser Fische. Panzerwelse kommen ausnahmslos aus Südamerika, sie sind dort weitverbreitet. Mann findet Sie in den nördlichen Ländern, Kolumbien und Venezuela, bis hin bis an die südlichen Länder sind Fundorte dieser Welsfamilie bekannt. Mann denke nur an Corydoras undulatus aus Argentinien. Bei einen solchen großen Kontinent sind natürlich auch verschieden Klimazonen vorhanden, Länder wie Uruguay, Argentinien und Paraguay weisen ein subtropisches Klima auf in Gegensatz dazu steht ein kleiner Küstenstrich Ost- und Südbrasiliens der noch den ozeanischen tropischen Klima zählt. Das Klima Südbrasiliens ist ein Übergangsklima von den Tropen zu den milderen Subtropen. Also sind Panzerwelse nicht immer warm zu halten, das diese Tatsache total verkehrt ist und auch tödliche Folgen für unsere Pfleglinge haben kann sollen folgende Zeilen verdeutlichen. Die meisten Panzerwelse sind mit einer Temperatur um die 25C zufrieden und vermehren sich auch bei diesen Temperaturverhältnissen. Es sind aber auch viele Panzerwelse im Handel die nicht in dieses Schema hineinpassen. Grundlegend ist wichtig zu wissen um welche Panzerwelse es sich handelt, dann ist die Herkunft dieser Fische in verschieden Quellen nachzulesen. Es sind sehr lehrreiche Bücher auf den Markt aber auch in vielen Berichten Aquaristischer Fachzeitschriften werden ständig Berichte veröffentlicht wo man fündig werden kann. Danach steht fest das : - Panzerwelse aus Amazonien sind wärmeliebende Welse z.B. Corydoras sterbai, Corydoras guapore, Corydoras caudimaculatus - Panzerwelse aus Zentralbrasilien hält man bei kühleren Temperaturen erfolgreicher z.B. Corydoras barbatus, Corydoras macropterus, Corydoras nattereri, Corydoras prionotus - auch Panzerwelse aus den südlichen Argentinien sind kühler zu halten z.B. Corydoras paleatus, Corydoras undulatus, Corydoras carlae Zur Zucht dieser verschiedenen Wels Arten sind dann auch grundsätzlich verschieden Vorraussetzungen zu schaffen. Hier ist wieder gut zu wissen aus welchen Land dieser Wels stammt. Noch besser, aber leider nicht immer feststellbar sind die genauen Flusssysteme in Heimatbiotop unserer Welse zu kennen. Hier unterscheiden wir nun ob unsere Welse ausgeprägten Trocken und Regenperioden ausgesetzt sind und um welchen Wassertyp es sich handelt. Nach SIOLI werden drei Gewässertypen anhand der Wasserfarbe und der Trübung unterschieden. 1. Weißwasser wie der Rio Madeira, Rio Solimoes und der Amazonas 2. Klarwasser wie der Rio Tapajoz mit seinen Quellflüssen Rio Sao Manoel und Juruena und der Rio Parguaza 3. Schwarzwasser wie der Rio Negro oder der Rio Cururu Panzerwelse aus den Amazonasgebiet, zum Beispiel Corydoras sterbai, sind einen starken Wechsel von Trocken - und Regenzeit ausgesetzt. Dauernd hohe Temperaturen und große Niederschlagsmengen prägen diese Gebiete. Ein Halbjährlicher Temperaturunterschied, von 25C in den Frühjahr -und Sommermonaten und 27C in den Herbst -und Wintermonaten, kommt den natürlichen Lebensbedingungen dieser wunderschönen Panzerwelse am Nähesten. Bemerken wird man es dann zum Beispiel an der Eianzahl der Weiblichen Corydoras. Setzt man die Welse das ganze Jahr bei fast gleichen Bedingen an werden öfters kleiner Gelege abgegeben. Dagegen kommt es bei einen halbjährlichen Wechsel der Temperatur und anderen beeinflussbaren Umweltbedingungen ( Futter, Wasserwechsel und Strömung) dann zu wenigen Eiablagen aber mit dementsprechenden großen Eianzahlen. Das größte Gelege eines Corydoras sterbai betrug bei mir knappe 300 !! Eier. Nimmt man als Gegenstück hierfür den aus den Klarwasser stammenden Corydoras barbatus sieht man deutlich die Unterschiede die bei der Pflege von Panzerwelsen auftreten. Der Schabracken-Panzerwels, wie Corydoras barbatus auch genannt wird, kommt aus den Bundesstaaten Sáo Paulo und Rio de Janeiro in Südostbrasilien. Die Wassertemperaturen in den Flüssen um Rio de Janeiro betragen im den Monaten Juli bis September ca. 21 C, nur in den Monaten Januar und Februar steigen sie auf 26C. Es herrscht eine sehr starke Schwankung der täglichen Temperaturen und je weiter man sich von der Küste ins Landesinnere bewegt, besonders im Küsten und Gebirgsabschnitt südlich von Sáo Paulo, umso größer werden diese Schwankungen. Eine Haltung im Aquarium zwischen 20-22 C bei strömungsreichen Wasser sagt diesen langschnäuzigen Panzerwels zu. Hält man nicht zu viele Männliche Tiere, Corydoras barbatus Männchen tragen Revierkämpfe aus indem sie sich gegenseitig an den Flanken mit der Maul und Wangenpartie stoßen, findet sich bald das richtige Pärchen. Das Traubenförmige Gelege wird dann fast immer an der strömungsreichsten Stelle im Aquarium, nahe der Wasseroberfläche, abgelegt. Bei zu hohen Temperaturen ist dieser Wels sehr empfindlich, Flossenklemmen und schaukeln der Welse sind dann zu beobachten. In nur wenigen Wochen können diese prachtvollen Welse die Flossen zerfasern, sie sind dann einen jämmerlicher Anblick. Um das zu verhindern sollte man sich vor dem Kauf von Aquarienfischen vergewissern ob man ihnen das entsprechende oder ähnliche Milieu zu Hause bieten kann !! Also bitte keine Corydoras paleatus mit in das mit Diskus - Buntbarschen besetzte Becken einsetzen, wie ich unlängst erst bei einen Aquarianer sehen konnte. Dieser Wels überlebt auch einen bestimmten Zeitraum, aber wahrscheinlich fühlt er sich in diesen besagten Aquarium wie ein Eskimo in Kongo ! Die folgenden Klimatabellen fassen noch einmal kurz das im Text beschriebene zusammen und sollen noch einmal die Unterschiede verdeutlichen. Obgleich die Temperaturen den im Aquarium ähneln könnten handelt es sich bei den angegebenen Temperatureinheiten in den Tabellen um Lufttemperaturen nicht um Wassertemperaturen !! (Daten wurden aus www.klimadiagramme.de übernommen)