Die Gattung Aspidoras Ihering 1907

R. v. Ihering beschrieb 1907 die Gattung Aspidoras, dessen Typusart Aspidoras rochai war. Aber noch im selben Jahr meldete Steindachner Bedenken an und beließ in seiner Neubeschreibung die Art "raimundi" in der Gattung Corydoras. Gosline übernahm 1940 in einer Revision der Panzer- und Schwielenwelse die Gattung Aspidoras. Betrachtet man in dieser Arbeit die Tabelle1 "comparsion of generetic charaters" hinsichtlich der Gattung Aspidoras - Corydoras und Brochis, dann unterscheidet sich die Gattung Aspidoras aufgrund der runden Fontanelle von den beiden anderen Arten.
In der Artbeschreibung des Corydoras pygmaeus (1966) wurde die Gattung Aspidoras von Knaack als nicht gültig angesehen und eine ausführliche Begründung über den Einzug angekündigt. Dieser sollte innerhalb einer Familienüberarbeitung erfolgen, die leider aufgrund der damaligen politischen Situation auch mit ihren Auswirkungen auf Aquaristik und Ichthyologie bis heute noch aussteht.
Schließlich sahen auch Weitzmann und Nijssen (1970) , als Sie Corydoras pauciradiatus beschrieben, die Einordnung dieser Art in die Gattung Corydoras als berechtigt an.
Nur Miranda-Ribeiro (1949) ordnete die von Ihm beschriebene Art "lakoi" in die Gattung Aspidoras ein.
Letztendlich gehen Nijssen und Isbrücker (1976) von einer gültigen Art aus. Als entscheidende Abgrenzung zur Gattung Corydoras werden bei den Aspidorasarten zwei Schädelfontanellen benannt. In dieser Revision wurden die damaligen Arten Corydoras raimundi (Steindachner 1907) und Corydoras pauciradiatus (Weitzmann & Nijssen 1970) in die Gattung Aspidoras übernommen. Aspidoras lakoi (Miranda-Ribeiro 1949) wurde als gute Art anerkannt und übernommen.
Folgende neun Arten sind von Nijssen & Isbrücker in dieser Revision neu beschrieben:

Name Fundort / Bundesstaat
Aspidoras albater Goiás
Aspidoras brunneus Mato Grosso
Aspidoras carvalhoi Ceará
Aspidoras eurycephalus Goiás
Aspidoras fuscoguttatus Mato Grosso
Aspidoras maculosus Bahia
Aspidoras menezesi Ceará
Aspidoras poecilus Mato Grosso
Aspidoras spilotus Ceará


Eine weitere Art, Aspidoras sp. aff. poecilus, wurde in dieser Arbeit erwähnt.
Im Jahre 1980, vier Jahre nach dieser Revision, beschrieben Nijssen & Isbrücker Aspidoras virgulatus. Dieser Fisch zählt mit zu den schönsten seiner Gattung. Obwohl dieser Aspidoras sich auch in einem Merkmal grundsätzlich von den anderen seiner Art distanziert. Nijssen & Isbrücker erwähnen in Ihrer Erstbeschreibung, dass fünf männliche Paratypen Borsten auf den Backen besitzen. Dieser Sexualdimorphismus ist auch von einigen Corydoras bekannt aber nicht von Welsen der Gattung Aspidoras.
Knapp zwanzig Jahre vergingen bis Britto zwei neue Aspidoras beschrieb. Aspidoras microgalaeus (Britto, 1998) und Aspidoras belenos (Britto, 1998). Zur Zeit sind 18 Aspidorasarten wissenschaftlich beschrieben.
In den folgenden Jahren wurden immer wieder Vertreter dieser Gattung importiert, deren endgültige Beschreibung noch aussteht. Beispielsweise sorgte Aspidoras sp. "Black Phantom" (C 35) für Aufregung unter Welsliebhabern. Die Männchen dieser Art zeigen eine schwarze Rückenflosse und ein sehr kontrastreiches Fleckenmuster. Auch C 36, stammt wahrscheinlich aus dem Araguaia-Einzug und ist mit seinem starken Silberglanz ein auffallender Aspidoras.
Weitere in den letzten Jahren eingeführte, recht ansprechende Arten, werden wir sporadisch hier auf unserer Homepage abbilden.