Neue und auch "bekannte" Aspidoras eingeführt !

Erik Schiller


Immer wieder gelangen Fische in unsere Aquarien deren Artzugehörigkeit nicht ganz klar ist. Nicht immer handelt es sich dabei um neue Arten, um den Überblick nicht zu verlieren werden bei den Welsen verschiedene Code-Nummern-Systeme verwendet. Bei den Panzerwelsen wird der Nummer ein C vorangestellt. Dieses C bezieht sich auf die gesamte Familie, der Callichthyidae. Die knapp 100 C-Nummern sind hauptsächlich an die Gattung Corydoras vergeben. Aber auch die Gattung Aspidoras erhielt bereits drei C-Nummer (C35, C36, C 37). Auch in den letzten Jahr wurden wieder zwei verschiedene Arten dieser Gattung über die Firma Glaser eingeführt. Eine dritte Art wird schon seit mehreren Jahren in kleinem Kreis von interessierten Aquarianern gepflegt und auch vermehrt. Bei allen drei Aspidoras-Arten ist die genaue Herkunft nicht sicher bekannt. Da bis jetzt alle, außer einer Ausnahme, beschrieben 17 Arten aus den südlichen und östlichen Bundesstaaten Brasiliens kommen ist eine genaue Herkunft für eine richtige Bestimmung sehr wichtig. Um ersteinmal eine Fehldiagnose auszuschließen habe ich diese Arten mit einer C-Nummer versehen (siehe Datz 12/2003).

Anfangen möchte ich mit einer Art die schon seit längerem von Armin Senger (Hildesheim) gepflegt und auch erfolgreich vermehrt wurde. Bei C 118 handelt es sich um eine kleinere, im Körperbau gedrungene Form. Die Gesamtlänge bei den größten Weibchen betrug gerade einmal 3,5cm. Bei guter Pflege ist die Vermehrung dieser Welse nicht zu verhindern. Mittlerweile existieren genügend Nachzuchten dieser Art. Auch in der USA werden schon Nachzuchten, die Elterntiere stammen von unseren Tieren ab, als Aspidoras sp. "Senger" in Aquarienkreisen verteilt Artikel. Ein Grund mehr das an diesen Wels endlich einmal eine C- Nummer vergeben wurde (weitere Bilder in der Gallery).

Der im letzten Jahr eingeführte Schmerlenpanzerwels und hier mit C 119 bezeichnete Wels fällt mit seiner silbernen Grundfarbe aus der Reihe. Der Körperbau ist langgestreckt, spindelförmig. Auch von dieser hübschen Art existieren bereits Nachzuchten. Bei Ingo Seidel vermehrten sich diese kleinen Aspidoras spontan in einen 200 Liter Aquarium, wo sie als Beifische zusammen mit größeren Harnischwelsen gehalten wurden.

Als letzten Aspidoras möchte ich hier eine erst im Spätsommer 2002 eingeführte Art vorstellen, die schon 1995 von Evers als C 36 aufgelistet wurde. Bei dieser etwas größeren Art treffen Größe und Zeichnung genau mit einer bereits beschrieben Aspidoras - Art perfekt zusammen, nämlich Aspidoras fuscoguttatus Nijssen & Isbrücker, 1976 aus den Bundesstaat Mato Grosso im Paraná-System. Da aber diese Welse aus den Bundesstaat Goias, Rio Araguaia - Einzug kommen gibt es noch einige Unklarheiten bei der Artbestimmung. C 36 wurde schon 1997 von Seuß, danach auch von weiteren Aquarianern vermehrt aber leider waren bis vor einen Jahr keine Welse dieser Art mehr auffindbar. Jetzt konnte Peter Schwabe (Hanau) C 36 wieder vermehren, somit ist der Bestand vorerst einmal gesichert. Die große Problematik bei der Gattung Aspidoras liegt in erster Linie daran das Sie viel zu wenig bekannt ist und somit von nur einer Handvoll Aquarianern gepflegt und auch vermehrt werden. Schnell "sterben" dann bestimmte Arten in unseren Aquarien aus !

Zuletzt möchte ich Herrn Armin Senger und Herrn Peter Schwabe für die Beschaffung und auch für die Überlassung der hier genannten Aspidoras - Arten danken.





Evers, H.G. Datz 10/ 1995; S. 617
Schiller, E. VDA - Bundeskongressheft 2002 ; S.43-88